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Kreisparteitag: Vorsitzende Kirsten Beetz sieht neues Selbstbewusstsein der CDU durch den Sieg bei der Landratswahl Kreis Birkenfeld.
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Die Sepp-Herberger-Fußballweisheit gilt durchaus auch für die Politik. „Nach der Wahl ist vor der Wahl“, nutzte CDU-Kreisvorsitzende Kirsten Beetz denn auch das erstarkte Selbstbewusstsein der Christdemokraten nach dem Sieg von Dr. Matthias Schneider bei der Landratswahl, um Mut zu machen für die anstehende Landtagswahl. „Die Menschen hier haben begriffen, dass man mit einer Wahl etwas erreichen kann.“
Auf einem kurzen Kreisparteitag nominierte die CDU am Freitagabend im Saal Hartmann-Dreher zwischen dem Spiel Brasilien gegen Holland und Uruguay gegen Ghana Prof. Dr. Wolfgang Benzel aus Oberbrombach zum B-Kandidaten für die Landtagswahl am 27. März 2011. Zwei Hauptpersonen fehlten: CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner empfing eine Reisegruppe aus ihrem Wahlkreis in Berlin, darunter etliche JU-Mitglieder aus dem Kreis Birkenfeld. In ihrem Grußwort wandte sie sich dezidiert an die politischen Herausforderer: „Die Finanzlage unseres Kreises erlaubt keine großen Spielräume. Ich hoffe und erwarte deshalb auch von politischen Mitbewerbern faire und konstruktive Zusammenarbeit.“
Der künftige Landrat Dr. Matthias Schneider gönnte sich nach dem anstrengenden Wahlkampf eine Woche Urlaub. Trotzdem war sein Sieg d a s Thema im Bericht der Kreisvorsitzenden und A-Kandidatin für die Landtagswahl Kirsten Beetz. Es habe anfangs durchaus eine skeptische Haltung gegenüber dem Kandidaten gegeben: Kaum einer kenne Schneider und außerdem sei er viel zu spät nominiert worden, erinnerte Beetz auch an kritische Stimmen aus den eigenen Reihen. Doch beides habe sich nicht als Nachteil erwiesen. Die Persönlichkeit Schneiders habe überzeugt, die späte Nominierung habe ihm politisch Freiraum verschafft, „sodass er nicht gleich unter Generalaufsicht der SPD stand“.
Möglich gewesen sei der Wahlerfolg durch die Zusammenarbeit vieler. Die Einigkeit im Landratswahlkampf setzte sich bei der Nominierung von Prof. Dr. Wolfgang Benzel fort. Er war der einzige Kandidat und wurde mit 57 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung gewählt.
Zuvor hatte er selbst einen „Einblick in das Wesen eines Wolfgang Benzel gegeben“: Angeln, Jagd und Lesen sind seine Hobbys. Eigentlich habe er Musiker werden wollen, bekannte der geborene Oberbrombacher und frühere Chorleiter des MGV Kempfeld, schlug dann aber doch die Offizierslaufbahn ein.
Er studierte an der Bundeswehrhochschule Wirtschafts- und Organisationswissenschaften. Nach seiner Berufsoffizierszeit machte er sich als Steuerberater selbstständig. Der zweifache Vater, der mit Ehefrau Nicole seit 20 Jahren verheiratet ist, verfasste 19 Bücher, darunter auch welche zu militärhistorischen Themen. Benzel ist Mitglied der Programmkommission Julia Klöckners im Bereich Haushalt und Finanzen, Schwerpunkt Haushaltskonsolidierung.
Seine drei politischen Ziele, von denen er eines schon erreicht habe, wie er militärisch knapp erklärte, sind „Dr. Schneider unterstützen, Kirsten Beetz unterstützen und einen ordentlichen Wahlkampf für Julia Klöckner machen.“ Danach will er sich neue Ziele setzen … (gav)
Nahe Zeitung vom Montag, 5. Juli 2010, Seite 9
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