
| Drogen schädigen das Gehirn |
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Bericht der Nahe-Zeitung vom 25.11.09 Seite 22 Die Fahnder Karl-Heinz Felske und Helmut Walther berichteten eindrucksvoll über ihre Erfahrungen Der Kampf gegen Drogenkriminalität ist ein mühsames Geschäft, ein Kampf gegen Windmühlen. Die Fahnder Karl-Heinz Felske und Helmut Walther sind auf der Straße zu finden, betreiben aber auch Präventionsarbeit in Schulen. Und sprechen manchmal auch vor einem bunt gemischten Publikum von den Gefahren - wie jetzt in Allenbach. ALLENBACH. Ein paar Stunden vor der Veranstaltung in Allenbach hatten die beiden Drogenermittler es gehört: Einer ihrer "alten Bekannten" aus einer Gemeinde im Hunsrück war in Berlin gestorben. Wieder hatte eine Droge gesiegt. Karl-Heinz Felske und Helmut Walther machen sich keine Illusionen: "Wir gewinnen mal eine Schlacht", erklärte Kripo-Mann Felske den im Dorfgemeinschaftshaus Versammelten, "aber den Krieg haben wir längst verloren". So bleibt die Prävention ein wichtiges Instrument. Der CDU-Ortsverband Hochwald hatte zusammen mit der Jungen Union im Kreis Birkenfeld die beiden Kripobeamten sowie Strafrichter Johannes Pfeifer zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.
Ortsbürgermeister Siegfried Burmann lobte das Engagement des Ortsverbands, "dieses wichtige und brisante Thema aufzugreifen". Dessen Vorsitzende Elke Palmer war "froh, dass so viele Jugendliche zu dieser Veranstaltung gekommen sind". Die saßen neben Juristen und Politikern und hörten sich interessiert an, was die Fachleute zu sagen hatten. Erschreckende Bilanz Von einer "erschreckenden Bilanz" sprach Strafrichter Johannes Pfeifer vom Amtsgericht Idar-Oberstein: Zwei Drittel aller Fälle vor dem Strafgericht würden mit Betäubungsmitteln zusammenhängen - entweder direkt mit dem Drogenhandel oder mit der Beschaffungskriminalität. Die ersten Erfahrungen mit Drogen machen heutzutage bereits Zwölfjährige. Pfeifer warnte davor, Haschisch als Einstiegsdroge zu unterschätzen: "Das ist alles andere als harmlos und verursacht Fehlfunktionen im Körper, die später nicht mehr zu reparieren sind." Die Arbeit der Idar-Obersteiner Kripo hob er hervor: "Sie ist sehr erfolgreich in der Drogenbekämpfung." Nicht zuletzt durch ihre Arbeit habe beim Gericht in Bad Kreuznach ein dritter Staatsanwalt für Betäubungsmittelsachen eingestellt werden müssen. Zwei der derart Gelobten sind Felske und Walther, die die verschiedenen Arten von Betäubungsmitteln und ihre Gefahren vorstellten und von Erfahrungen aus ihrer täglichen Arbeit berichteten. Etwa von dem Dealer aus Idar-Oberstein, der seine "Kunden" in einer Art Gruselkabinett empfing: Schreibtisch vor schwarzer Wand, Totenkopf, Waage, Löffel. Dorthin brachten Konsumenten ihre Habe und tauschten sie gegen Drogen. Auch ein Junge, der den Staubsauger seiner Mutter als Zahlungsmittel nutzte. Er kam später in Saarbrücken ins Gefängnis und beging Selbstmord. Wie man ins Milieu abrutschen kann, davon erzählte Felske: "Wenn wir die Konsumenten fragen, warum sie Drogen nehmen, erhalten wir sehr oft zur Antwort: ,Meine Eltern reden nicht mit mir."" Die Öffentlichkeitsarbeit trägt allerdings auch Früchte. Eltern werden sensibilisiert: "Wir werden immer öfter angerufen und gefragt: Was sollen wir machen? Wir haben den Verdacht, dass da etwas ist..." Felske und Walther kennen die Auffälligkeiten, etwa bei Cannabis. Der Gehalt des Wirkstoffs THC sei wesentlich höher als noch zu Woodstock-Zeiten. Es bestehe die Gefahr, dass sich das Gehirn nicht weiterentwickelt. Die schulischen Leistungen lassen nach, Stimmungen schwanken, der Süchtige hat einen neuen Freundeskreis. "Dass kann ein Anzeichen sein", sagt Felske. Vorsicht bei Pillen Noch gefährlicher ist Ecstasy. "Kein Konsument weiß, was den Pillen beigemischt wurde", informierte Walther die Zuhörer. "Das kann mal Lithium sein, mal ist Bauschaum drin. Es ist eine sehr gefährliche Droge." Er und sein Kollege Felske wissen es. Sie haben erlebt, wie junge Menschen nach dem Konsum von Ecstasy mehrere Tage mit dem Tod kämpften. Und qualvoll verloren. (da) Nahe Zeitung vom Mittwoch, 25. November 2009, Seite 22 |
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